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Das Fridericianum in Kassel

Das Fridericianum befindet sich mitten in Kassels Innenstadt zwischen der ehemaligen Altstadt sowie der Oberneustadt und fungiert als Museumsgebäude. In den Jahren 1769 bis 1779 wurde das Fridericianum unter der Leitung des Architekten Simon Louis du Ry erbaut. In Europa war es eines der ersten öffentlich zugänglichen Museen für die von den hessischen Landgrafen gesammelten Kunstgegenstände. Der Grund der Öffnung des Museums für die breite Bevölkerung lag in der damaligen Epoche der Aufklärung; man wollte den Menschen den Zugang zur Kunst ermöglichen. Darüber hinaus fand auch die fürstliche Bibliothek Platz im Fridericianum.

Das Gebäude, das neben dem Wörlitzer Schloss in Sachsen-Anhalt der erste rein klassizistische Bau in Deutschland war, formt eine symmetrische Dreiflügelanlage. Der Vorderbau verfügt über eine Länge von fast 80 Meter und wird von 19 Achsen gegliedert. Die Front des Gebäudes zeichnet sich durch einen von sechs ionischen Säulen getragenen Portikus aus. Ionische Pilaster, eine Art Pfeiler, markieren die gesamte Fassade des Fridericianums. Die 41 Meter langen Flanken, die sich auf der Rückseite der Anlage anschließen, ergeben zusammen mit dem ehemaligen Treppenhaus einen kleinen Hof. Auch die Attika, die Aufmauerung über dem Kranzgesims, ist kunstvoll verziert. Sechs allegorische Statuen, die die Domänen der Philosophie, Geschichte, Astronomie, Malerei, Baukunst und Skulptur darstellen, verschönern die Attika.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Fridericianum wie weite Teile der Stadt schwer beschädigt. Ursprünglich bestand das Gebäude aus zwei Geschossen. Im Erdgeschoss befanden sich auf beiden Seiten der Eingangshalle zwei größere Säle für die Kunstsammlungen. Im oberen Geschoss hatte man die Bibliothek eingerichtet, und zwar in einem Saal, der sich über die gesamte Länge der Anlage erstreckte und der über eine umlaufende Galerie verfügte. Im Nebenflügel traf man auf verschiedene kleinere Sammlungs- und Arbeitsräume. Leider brannte das Gebäude im Zweiten Weltkrieg aus, weswegen es später vollständig entkernt und auf drei Etagen ausgeweitet wurde.

Seit 1988 werden im Fridericianum kontinuierlich Wechselausstellungen der Gegenwartskunst gezeigt. Alle fünf Jahre, während der Kunstausstellung documenta, wird dieses Museum zum künstlerischen Zentrum Kassels.

Karlsaue und Fuldaaue in Kassel

Die Karlsaue und Fuldaaue in Kassel sorgen für die grüne Abwechslung in der belebten Stadt. Bei der Karlsaue handelt es sich um einen 1,5 km² großen Stadtpark, der für jedermann zugänglich ist. Seit 2009 gehört die Karlsaue zum European Garden Heritage Network, einem europäischen Gartennetzwerk. Sie befindet sich in der Fulda-Niederung zwischen der Mündung der Kleinen Fulda (Drusel) unterhalb der Innenstadt an der Schönen Aussicht, wo sie an den Friedrichsplatz grenzt.

Die Karlsaue ist bekannt als beeindruckende Parkanlage, die fast ausschließlich auf flachem Gelände konstruiert wurde und beinhaltet viele künstlich angelegte stille Gewässer wie kanalähnliche Wassergräben und Teiche, die der Entfaltung von Flora und Fauna dienen. Der Stadtpark beherbergt des Weiteren auch das Barockschloss Orangerie mit dem astronomisch-physikalischen Kabinett, das Marmorbad und den Küchenpavillon. Die Orangerie macht den Ausgangspunkt des Parks aus, von dem ursprünglich fünf Wegachsen in Strahlenform ausgingen. Die Mittelachse führt zum Aueteich, der auch als “Großes Bassin” bekannt ist und in dessen Mitte ein Tempel im klassizistischen Stil auf der Schwaneninsel steht. Die beiden äußeren Wegachsen sind in Form von langgestreckten Teichen beziehungsweise Kanälen konstruiert worden. Direkt vor der Orangerie liegt die Karlswiese als großflächige Bowling Green, die wiederum von im Jahr 1804 aufgestellten, klassizistischen Skulpturen umgeben ist. Die einzelnen Statuen stellen antike Plastiken dar; darunter zwei Rossbändiger-Gruppen (1767) von Johann August Nahl. In der Karlsaue sind gut ausgebaute Sandwege vorhanden, sodass man die Anlage nach Belieben stundenlang ablaufen kann. Über zwei Fußgängerbrücken, die Schwimmbad- und die Gärtnerplatzbrücke, erreicht man die benachbarte Fuldaaue. Karls- und Fuldaaue bilden gemeinsam eine der größten innerstädtischen Parkanlagen und eines der größten parkartigen Naherholungsgebiete in Deutschland. Ferner fand bereits sowohl in der Karlsaue als auch in der Fuldaaue im Jahr 1955 beziehungsweise 1981 eine Bundesgartenschau statt.

Die Fuldaaue liegt als Naherholungsgebiet im südöstlichen Teil der Stadt Kassel. Sie wurde Ende der 1970er Jahre anlässlich der Bundesgartenschau einige Jahre später als innerstädtischer Park am östlichen Ufer der Fulda angelegt, weswegen sie im Volksmund auch “Buga” genannt wird. Den Mittelpunkt der Fuldaaue bildet zweifelsohne ein künstlich angelegter Baggersee, der Buga-See. Abgesehen von dem See befinden sich hier auch ein großer Spielplatz; man kann dort gut grillen und Sport treiben. Das gesamte Gelände ist Teil des Landschaftsschutzgebietes “Stadt Kassel”, wozu unter anderem auch die Karlsaue gehört.

Die Löwenburg in Kassel

Die Löwenburg im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe ist ein als künstliche Burgruine errichtetes Lustschloss. Sie steht oberhalb des Wilhelmshöher Schlosses südlich der Sichtachse zwischen dem Schloss und der Statue des Herkules auf einer Höhe von 350 m ü. NN am östlichen Rand des Hohen Habichtswaldes.

Die Löwenburg wurde zwischen 1793 und 1801 nach den Entwürfen von Heinrich Christoph Jussow erbaut und diente ihrem Bauherrn Landgraf Wilhelm IX. von Hessen Kassel als privater Rückzugsort und gleichzeitig als letzte Ruhestätte.

In der Kunstgeschichte handelt es sich bei der Löwenburg um eine wegweisende Anlage, da sie eines der ersten relevanten Gebäude der Neugotik in Deutschland darstellt. Das Gebäude ähnelt einer mittelalterlichen Ritterburg und war ursprünglich in Form eines Turms mit Nebengebäude geplant. Daraus wurde allerdings eine vollständige Burganlage mit Innenhof. Im Zweiten Weltkrieg ist der Bergfried der Löwenburg zum Großteil zerstört worden, weite Teile der Anlage wurden sehr stark beschädigt. Lediglich der Treppenturm mit einigen Mauerresten wurde verschont. Bald darauf begann man mit dem Wiederaufbau, der jedoch eher zweckmäßig ausfiel. Viele Arbeiten sind bis zum heutigen Tage nicht fertiggestellt worden und auch dem Bergfried nahm man sich nicht wieder an. Dies soll sich wohl in den kommenden Jahren ändern.

Im Inneren besteht die Löwenburg aus vier fürstlichen Wohnappartements im barocken Stil mit altertümlichen Möbeln, Gläsern, Gemälden und Wandteppichen. In der Rüstkammer finden sich viele historische Plattenpanzer und Waffen des 16. und 17. Jahrhunderts. Auch die Schlosskapelle kann dabei mithalten, denn sie ist ausgestattet mit zahlreichen Objekten mittelalterlicher Kirchen aus der Umgebung Nordhessens. Des Weiteren kann man unter dem Chor eine Krypta mit dem Grab des Landgrafen besichtigen. Die Innenräume der Löwenburg können grundsätzlich im Rahmen von Führungen besucht werden.

Die Löwenburg, die gleichzeitig Parkstaffage, Lustschloss und Mausoleum ist, wartet außerdem mit einem Turnierplatz, einem Burggarten und einer Burgwiese, einem Weinberg sowie einem Obst- und Gemüsegarten auf ihre Besucher. Internationale Bekanntheit erlangte die Burg als Kulisse für verschiedene Filme und Serien wie beispielsweise einer Folge von “Pfarrer Braun” mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle oder dem Kinofilm “Grand Budapest Hotel” aus dem Jahr 2014.

Schloss Wilhelmshöhe in Kassel

Das Schloss Wilhelmshöhe befindet sich im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe im unteren Areal des gleichnamigen Bergparks auf einer Höhe von 282 m ü. NHN. Am unteren Karlsberghang bildet das Schloss damit das westliche Ende der Wilhelmshöher Allee, eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Die Statue des Herkules und das Wilhelmshöher Schloss formen eine Sichtachse, die gleichzeitig die Mittelachse des gesamten Bergparks konstituiert. Das Schloss gehört seit Juni 2013 als Bestandteil des Parks zum UNESCO-Weltkulturerbe. International bekannt ist es heutzutage für seine Nutzung als Museum.

Bevor man an Ort und Stelle das Schloss Wilhelmshöhe errichtet hatte, befand sich dort seit dem 12. Jahrhundert das Augustiner-Chorherren-Stift und spätere Augustinerinnen-Kloster Weißenstein. Unter Landgraf Philipp von Hessen kam es zur Säkularisierung des Klosters, sodass es fortan ab und zu als Jagdschloss genutzt wurde. Einige Zeit später erbaute man an gleicher Stelle ein neues Jagdschloss, wodurch das ehemalige Kloster abgerissen wurde. Das heutige Schloss wurde in den Jahren 1786 bis 1798 im klassizistischen Stil nach den Entwürfen der Architekten Simon Louis du Ry (Weißensteinflügel und Kirchflügel) sowie Heinrich Christoph Jussow (Mittelteil) für Landgraf Wilhelm IX. erschaffen. Als bauliches Vorbild dienten dabei Schloss Wanstead und der Landsitz Prior Park in England. Während der napoleonischen Besetzung von 1806 bis 1813 nannte man die Anlage um in “Napoléonshöhe”. Zwischenzeitlich residierte Jérôme Bonaparte, König von Westphalen und Bruder Napoléon Bonapartes, im Schloss. In den folgenden Jahren fanden verschiedene Umbauten und Erweiterungen statt, bevor es im Zeitraum von 1891 bis 1918 als Sommerresidenz der Kaiserfamilie um Eugénie de Montijo genutzt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges fiel Kassel verheerenden Luftangriffen der Royal Air Force zum Opfer. Im Februar 1945 wurde unter anderem Kassel-Wilhelmshöhe bombardiert, wobei der kuppelbekrönte Mittelbau des Schloss stark beschädigt wurde. Andere Teile des Schlosses blieben glücklicherweise verschont und intakt. Der Wiederaufbau erfolgte ab 1968 bis 1974 unter der Aufsicht des Architekten Paul Friedrich Posenenske; allerdings in vereinfachter Ausführung und ohne eine Neuerrichtung der Kuppel.

Heute dient das Schloss als Verwaltungsort der Staatlichen Museen Kassel, aber hauptsächlich als Museum. Besichtigt werden können dort die Antikensammlung, die Graphische Sammlung und die Gemäldegalerie “Alte Meister”, die vornehmlich flämische und holländische Malerei des Barock von Rembrandt oder Rubens sowie altdeutsche Werke von Dürer oder Altdorfer zeigt. Auch die spanische und italienische Malerei kommt nicht zu kurz. Von großer Relevanz ist vor allem der Weißensteinflügel mit den einzigen authentisch verbliebenen Räumen der Landgrafen. Des Weiteren findet man im Schloss regelmäßige Wechselausstellungen und für das leibliche Wohl das Museumsbistro Jérôme. Ferner werden Gottesdienste der protestantischen Gemeinde in der historischen Kapelle abgehalten.

Der Herkules – Kassels berühmtestes Wahrzeichen

Mit nachdenklichem, leicht grimmigen und nach unten gesenktem Blick thront er im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe über der Stadt Kassel: der Herkules, ein einzigartiges Wahrzeichen Deutschlands. Dabei stützt er sich auf eine Keule, an der das Fell des Nemeischen Löwen hängt, legt die rechte Hand, die die drei Äpfel der Hesperiden hält, auf dem Rücken und denkt über seine Taten nach. Die Figur stellt eine Kupferstatue des griechischen Halbgottes Herakles dar. Herkules war besonders im 16. und 17. Jahrhundert ein Herrscherideal, das Apollon in der Aufklärung beziehungsweise in der Klassik ablöste.

Die Statue steht an der Spitze einer Pyramide, die sich wiederum auf dem Oktogon, dem Riesenschloss, befindet. Wenn man vom Herkules spricht, ist damit meist das gesamte Bauwerk gemeint. Dieses wurde in den Jahren 1701 bis 1717 nach den Entwürfen des Italieniers Giovanni Francesco Guerniero in einer künstlich geformten Mulde des Karlsberges (526,2 m ü. NHN) erbaut. Das achteckige Bauwerk besticht durch seine aufwendige, dreistöckige Bauweise und verzeichnet eine Höhe von 70,5 m. Davon entfallen 32,65 m auf das Oktogon, 29,6 m auf die Pyramide und 8,25 m auf die Statue an sich. Die Figur besteht aus einem Metallskelett, das mit einem Kupferblech überspannt wurde. Der Herkules verfügt über ein stattliches Gewicht von drei Tonnen.

Das gesamte Wahrzeichen bildet den Ausgangspunkt der Wasserspiele im Bergpark und gleichzeitig den Abschluss der 1,5 km langen Kaskadenanlage. Seit Juni 2013 findet man den Herkules als Bestandteil des Bergparks Wilhelmshöhe als beispielloses Bauwerk absolutistischer Architektur in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Nicht nur aus diesem Grund ist der Herkules einen Besuch wert – auch die beeindruckende Sicht, die man von der Aussichtsplattform über die gesamte Parkanlage, die Stadt sowie das Mittelgebirge hat, macht diesen Ort in jedem Fall sehenswert.

Der Herkules ist für die Kasseler Bevölkerung von derart hoher Bedeutung, dass man jedes Jahr am 17. Juli seinen Geburtstag begeht. Zwar wurde die Statue im November aufgestellt; man fürchtet sich zu dieser Zeit allerdings vor schlechtem Wetter und verschiebt daher die Feier in den Sommer.

Meisterleistung der Landschaftsarchitektur: Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel

Im nordhessischen Kassel gelegen finden Sie den imposanten Bergpark Wilhelmshöhe. Mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern ist er der größte Bergpark in Europa und ein Landschaftspark von weltweiter Geltung. Seit Juni 2013 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe – eine Tatsache, auf die alle Kasseler, Kasselaner und vor allem Kasseläner sehr stolz sind.

Mit dem Bau der Anlage begann man bereits im Jahr 1696 unter dem Landgrafen Karl. Bis zur Fertigstellung sollten allerdings noch 150 Jahre vergehen. Der Bergpark Wilhelmshöhe ist eine einzigartige Stätte in der Geschichte der europäischen Gartenkunst, denn er vereint englische Landschaftsgärten, französische Barockparks sowie italienische Gärten des Barock. Damit stellt er ein Abbild der Kultur- und Kunstgeschichte Europas über mehrere Epochen hinweg dar. Die sehr aufwendig gestaltete Landschaft des Bergparks besteht aus vielen aufgelockerten Grünflächen und Waldabschnitten, die fließend in den ihn umgebenden Baumbestand des Habichtswaldes überlaufen. Vor allem Sträucher und Bäume zeichnen die Flora des Bergparks aus; unter anderem kann man aber auch die Rosensammlung – Deutschlands erste Rosenzüchtung – auf der sich im Schlossteich Lac befindlichen Roseninsel bestaunen. Besucher finden im Park vielseitige Spazier- und Wanderwege vor, die besonders am Wochenende bei gutem Wetter frequentiert werden. Hier lässt es sich wunderbar entspannen und dem Alltag entkommen. Möchten Sie sich genauer über den Park informieren, bietet sich ein Besuch im Besucherzentrum Wilhelmshöhe an.

Weltweit berühmt ist der Bergpark Wilhelmshöhe neben dem Herkules, dem Schloss Wilhelmshöhe und der Löwenburg für seine Wasserspiele, die jedes Jahr von Mai bis Oktober mittwochs, sonn- und feiertags stattfinden sowie Menschen von nah und fern anlocken. Von Juni bis September können Sie sich jeweils am ersten Samstag im Monat ab der eintretenden Dämmerung die beeindruckenden beleuchteten Wasserspiele ansehen. Diese Wasserkunst ist schon unter Landgraf Karl (1654-1730) initiiert worden und war bereits zu jener Zeit eine ingenieurtechnische und architektonische Meisterleistung. Zudem gilt sie als Meilenstein der Garten- und Kunstgeschichte. Nach allen Regeln der Kunst wird bei den Spielen das Wasser in geometrische Formen gegossen. 1200 Kubikmeter Wasser durchlaufen allein durch natürlichen Druck verschiedene Stationen wie Fontänen, Becken und Treppen von der Statue des Herkules bis hin zum Schlossteich – ein absolutes Highlight, das man erlebt haben muss!

Talsperre Kriebstein

Die Talsperre Kriebstein befindet sich nahe der sächsischen Stadt Mittweida, 35 Kilometer nördlich von Chemnitz, 60 Kilometer westlich von Dresden und 100 Kilometer südöstlich von Leipzig in einem Landschaftsschutzgebiet. Gelegen im Mittweidaer Zschopautal mit seiner wildromantischen Flusslandschaft, den steilen Felsen und engen Tälern ist die Talsperre Kriebstein bei Besuchern sowie Erholungssuchenden beliebt. Es handelt sich dabei um eine gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Beton, die die Zschopau, einen Nebenfluss der in Tschechien entspringenden Freiberger Mulde, staut.

Pläne für den Bau dieser Talsperre gab es bereits im Jahr 1909, denn man wollte die Wasserkraft des Flusses Zschopau für den Menschen nutzbar machen. Dafür war das Gebiet zwischen dem Mittweidaer Ortsteil Weißthal und Kriebethal nahe Waldheim dank eines Gefälles von 20 Metern auf wenigen Kilometern besonders geeignet. Allerdings dauerte es noch bis 1927, bis man tatsächlich mit der Umsetzung der Pläne begann. Auch mussten einige Opfer gebracht werden: So wich unter anderem die Lauenhainer Mühle, ein bis dato beliebtes Ausflugsziel. Nach der zweijährigen Bauphase wurde die Talsperre schließlich im Jar 1930 in Betrieb genommen. Sie ist an der Mauerkrone 235 Meter lang und 34 Meter hoch. Die Druckrohre, die das Wasser durch die Mauer hindurch auf die drei Turbinen leiten, sind 36 Meter lang und haben einen Durchmesser von 1,8 Meter.

Den Zweck der Talsperre Kriebstein sah man einst in der Erzeugung von Elektroenergie sowie in einem Hochwasserschutz. Um die Umgebung vor Hochwasser zu schützen, ist diese Talsperre jedoch nicht geeignet, da sie sich aufgrund ihrer geringen Größe sehr schnell mit Wasser füllt und im Ernstfall nur einen kleinen Zeitaufschub bringt. Lediglich durch die Retentionswirkung des Stausees, das heißt der Dämpfung von Hochwasserwellen, kann ein Hochwasser etwas vermindert werden. So floss beispielsweise bei dem Hochwasser im August 2002 eine Gesamtwassermenge von ungefähr dem 16-fachen Stauinhalt ab – das Hochwasser hätte also selbst bei einem leeren Staubecken keineswegs aufgenommen werden können.

Heute ist die Talsperre Kriebstein – abgesehen von den Pumpspeicherwerken Markersbach und Niederwartha – jene mit dem größten Wasserkraftwerk. Sie besitzt zudem mit einer Fläche von 1738 km² das größte Einzugsgebiet und die größte Hochwasserentlastungsanlage (Bemessungsabfluss: 975 m³/s) aller Talsperren in Sachsen. In erster Linie dient sie der Stromerzeugung, aber auch der Schifffahrt, der Fischerei und der Freizeiterholung.

In unmittelbarer Nähe der Talsperre sind außerdem die Staumauer, die sehr gute erhaltene Burg Kriebstein, die Kirche Ringethal, der Kletterwald und das Kriebelland sehenswert. Begeben Sie sich auch zu den Aussichtspunkten Wappenfelsen, Ringethaler Raubschloss, Schröterbastei, Andreas-Hecht-Blick, Ehrenberger Hang und Abtei sowie Höfchen/Tanneberg und sehen Sie sich die fast 40 Kunstobjekte auf dem “Kunstwanderweg” an.

Rund um die Mandel: Aktivitäten in der Pfalz

In der Pfalz werden Ihnen zahlreiche tolle Aktivitäten rund um die Mandel angeboten. Seien es Ortsführungen, kulinarische Führungen, Wanderungen oder Segway-, Bahn- und Planwagentouren – am Mandelpfad kommt keine Langeweile auf!

In und um Leinsweiler, das bei Landau liegt, können Sie an einer Ortsführung teilnehmen, bei der Sie entlang des Mandelpfades wissenswerte Informationen zur Mandel und zur Geschichte des Ortes erfahren.

In Weyher, ebenfalls nahe Landau gelegen, besteht die Möglichkeit einer Wanderung um das schöne Winzerörtchen. Überrascht werden Sie dabei mit süßen Pfälzer Spezialitäten sowie atemberaubenden Ausblicken.

Auch ein Spaziergang von der Gleisweiler Hölle bis zum Fuß des Teufelsberges ist möglich – laufen Sie dabei vorbei an Mandelbäumen und genießen Sie unter anderem den köstlichen Mandelblütenlikör.

Des Weiteren wird eine geführte Wanderung auf dem Mandelpfad angeboten – inklusive Begrüßungssekt, zwei Weinen, einem Mandelmenü in einer urigen Weinstube sowie der Besichtigung der “Villa Rustica”. Die Strecke beläuft sich auf etwa sieben Kilometer um Wachenheim und Umgebung.

Eine Option ist auch die Frühlings-Genusstour mit Mandeln und Wein entlang der schönsten Mandelbaum-Meile in Bad Dürkheim. Besichtigen Sie den romantischen Flaggenturm und kosten Sie dort unbedingt den Wein.

Von Mußbach über Gimmeldingen nach Deidesheim und Wachenheim führt Sie die Mandelblüten-Weinwanderung. Dabei erwartet Sie zudem eine zünftige Winzervesper mit Weinprobe im Weingut Andres in Deidesheim.

Verpassen sollten Sie auf keinen Fall die Wanderung unter Mandelblüten von Bockenheim nach Asselheim, denn sie wird von der Kultur- und Weinbotschafterin Kerstin Pontasch geführt. In diesem Rahmen findet zusätzlich eine Weinprobe statt.

Möchten Sie an einer Sektprobe teilnehmen, ist der Mandelblüten-Spaziergang das Richtige für Sie. Der Natur- und Landschaftsführer Hans Kiefer nimmt Sie mit entlang des Pfälzer Mandelpfades bei Maikammer und erklärt Ihnen darüber hinaus sowohl die Herkunft als auch die Verwendung der Mandel.

Bei der Mandel-Kaffee-Zeit führt das “Pfälzer Frichtel” durch das Dorf Leinsweiler und erzählt dessen Geschichte sowie Interessantes zur Mandel. Anschließend werden Sie mit Kaffee und Mandelleckereien verköstigt.

Das Schoppebähnel lädt Sie zu einer Fahrt von Herxheim über Knöringen zum Geilweilerhof, wo Ihnen eine Führung und eine Weinprobe geboten wird. Zwischendrin hält die Bahn für einen Fotostopp sowie für eine Stärkung des leiblichen Wohls an.

Sind Sie auf der Suche nach einem Abenteuer, können Sie eine Segway-Tour unternehmen. Zur Wahl stehen dabei eine Tour durch die rosa Mandelhaine und Weinberge rund um Leinsweiler oder durch die Frühlingsweinberge und Mandelalleen.

Auch eine Planwagenfahrt durch die rosafarbene Landschaft stellt eine Alternative dar. Enthalten sind in diesem Ausflug außerdem ein Picknick und eine Weinprobe im Weingut.

 

 

 

Feste und Märkte am Pfälzer Mandelpfad

Am Pfälzer Mandelpfad an der Deutschen Weinstraße werden im Laufe jedes Jahres immer wieder Feste gefeiert und Märkte ausgerichtet, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Mit der Mandelmeile in Edenkoben, etwa zehn Kilometer entfernt von Neustadt an der Weinstraße, beginnt offiziell die Urlaubssaison an der Südlichen Weinstraße. Entsprechend dem Blütenstand wird jährlich ein anderer Termin für das zweitägige Fest der Mandelmeile bestimmt. Gastronome und Winzer laden dabei entlang der Mandelblütenallee zu kulinarischen Hochgenüssen ein. Der Ausblick auf das Hambacher Schloss im Norden sowie auf Schloss Villa Ludwigshöhe im Süden runden die Veranstaltung ab.

Während der “Rosa Wochen” wird des Weiteren im März und April das Fest der Mandelleuchten gefeiert. Dabei erstrahlen sowohl die Dionysius-Kapelle als auch die romantische Winzergasse in Gleiszellen bei Bad Bergzabern in einer rosafarbenen Lichtinszenierung. Samstags und Sonntags gibt es für die Besucher noch eine musikalische Untermalung in der Winzergasse.

Das Mandelblütenfest, das meistens im März ebenfalls in Gleiszellen stattfindet, lädt Besucher zur Dionysius-Kapelle ein. Dort sind Sie umgeben von einem beeindruckenden Blütenmeer und können einen traumhaften Blick über das Bad Bergzaberner Land genießen. Für Musik und Unterhaltung ist gesorgt.

Der Pfälzer Mandelpfad

Der Pfälzer Mandelpfad führt durch die pfälzische Weinlandschaft von Bad Dürkheim im nördlichen Teil der Deutschen Weinstraße bis nach Schweigen-Rechtenbach an der Südlichen Weinstraße, wo auch das Deutsche Weintor steht. Der Pfad verbindet fünf pfälzische Urlaubsregionen der Mittelhaardt/Deutschen Weinstraße und der Südlichen Weinstraße: Neustadt und seine Weindörfer, Maikammer – Sankt Martin – Kirrweiler, Edenkoben – Südliche Weinstraße, das Landauer Land – Südliche Weinstraße sowie das Bad Bergzaberner Land – Südliche Weinstraße. Auf einer Länge von 77 Kilometern lohnt sich die Wanderung zu allen Jahreszeiten. Ein besonderes Erlebnis stellt der Pfälzer Mandelpfad jedoch im Frühling dar, wenn in anderen Regionen Deutschlands noch der Winter anhält. Dann nämlich leuchten in der Pfalz die Mandelbäume in kräftigem Rosarot und faszinieren jeden Besucher.

Der Pfälzer Mandelpfad ist mit Hinweisschildern ausgestattet, auf denen sich eine rosa Mandelblüte befindet. Besucher und Wanderer finden sich daher auf dem Mandelpfad bestens zurecht. Rundwege sind ebenfalls gekennzeichnet, und zwar durch einen weißen Punkt auf den Hinweisschildern.

Lassen Sie auf dem Pfälzer Mandelpfad Ihre Seele baumeln und genießen Sie den Charme der Pfälzer Rebenlandschaft! Auf dem Weg finden Sie außerdem viele tolle Geschäfte, in denen Sie köstliche Souvenirs erstehen können: Mandelöl, Mandellikör, Mandelblütengebäck, Ingwermandeln, Mandelblütenkaffee, Mandelblütentorte, Mandelschokolade oder auch Mandelbrot.